Was ist Wohnungslosigkeit?

Bei der Beantwortung dieser Frage müssen drei Begriffe unterschieden werden:

Obdachlosigkeit liegt vor, wenn

- eine Person ohne Unterkunft ist,

- der Verlust der Unterkunft direkt bevor steht,

- eine Person in einer offensichtlich unzureichenden Unterkunft lebt.

Nichtseßhaftigkeit ist eine Form der Obdachlosigkeit und liegt dann vor, wenn eine Person auf der Straße lebt, also über keine eigene Unterkunft verfügt. Der Begriff Nichtseßhaftigkeit ist ein aus den Zeiten des NS-Regimes übrig gebliebener Verwaltungsbegriff, der sehr stark diskriminierend ist. So wird mit diesem Wort eine bestimmte und zudem negativ definierte Lebensweise unterstellt. Im Bereich der Sozialverbände findet dem gegenüber der Begriff der Wohnungslosigkeit Verwendung. Damit soll deutlich gemacht werden, dass nicht ein bestimmter negativer Zustand - das Nichtseßhaftsein - die Betroffenen prägt, sondern ein momentaner Mangelzustand, eben das Fehlen von Wohnraum. Und: Es wird damit auch keine selbstgewählte Lebensweise angenommen, sondern eine soziale Situation, die ihre Ursachen in den verschiedensten Gegebenheiten hat, die nur eingeschränkt von den Betroffenen selbst zu verantworten oder zu ändern sind.


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